#11 岛

#11 岛

岛 dǎo -  die Insel

Ende März hatten wir in Taiwan ein verlängertes Wochenende und Feiertage bedeuten hier immer: Unmengen an Menschen an sämtlichen öffentlichen Plätzen, Sehenswürdigkeiten, Inseln und dem Meer. Da ich aber unbedingt auf Lambay Island/Xiao Liu Qiu wollte, wurde dieser Ausflug einfach auf Donnerstag vorverlegt – von Freitag bis Dienstag würden die Massen die Insel stürmen.
Also, Badesachen eingepackt, Scooter vollgetankt, vom Wecker um 5.30 Uhr aus dem Schlaf reißen lassen und dick Sonnencreme aufgetragen, die Reise konnte beginnen.

Xiao Liu Qiu liegt wenige Kilometer südlich von Kaohsiung und ist mit Fähren leicht und schnell zu erreichen. Mit dem Scooter ging es nach Donggang, was knappe 2 Stunden Fahrzeit bedeutet – Gott sei Dank fahr ich gerne Scooter :D
Nach 20-minütiger, sehr schwungvollen Bootsfahrt sind wir samt Scooter angekommen und haben zuerst mal die Insel umrundet, die 4 Kilometer lang & 2 Kilometer breit ist. Die Straßen sind einfach wunderbar, man fährt entlang Klippen und Sandstränden, passiert Waldabschnitte und unzählige Tempel. Die ganze Insel ist super beschildert, so findet man sich auch ohne Chinesisch-Kenntnisse gut zurecht.
Nachdem wir uns ein Kaktus-Passionsfrucht-Eis gegönnt haben, steuerten wir die Black Dwarf Cave an: ein Gelände das es einem erlaubt zwischen den großen Felsen hindurch zum Meer zu gelangen und die Vegetation genauer zu betrachten.

Auf dem Weg zum nächsten Stopp entdeckten wir einen Strand, den wir sofort als „Nachmittagsbeschäftigung“ deklariert haben :D Weiter ging es aber erstmal mit dem Wild Boar Trench, einem bewaldeten Gebiet das einen quasi mitten in die Kulisse des „Dschungelbuchs“ katapultiert. Man bewegt sich in einem Graben, während sich die meterhohen, bewachsenen Steinwände neben einem auftürmen. Schmetterlinge, Eidechsen und allerlei anderes Getier tummeln sich hier, und am Ende wird man auch mit einer schönen Aussicht belohnt.

Zur Mittagszeit packte uns aber doch der Hunger: Gebratener Reis mit Shrimps war schlussendlich unsere Wahl, und [nach österreichischer (und offenbar auch honduranischer) Manier] gabs ein kaltes Bier dazu.

Kurze Einkehr danach bei 7-11 und schon machten wir uns auf den Weg zum vorhin entdeckten Strand. Scooter geparkt, Decken ausgebreitet, Badesachen angezogen, Taucherbrille aufgesetzt – los gings! Das Wasser auf Xiao Liu Qiu ist wirklich kristallklar, der Sand total fein und schon nach wenigen Metern im Wasser sieht man zahlreiche Fische und Korallen.
Zwischendurch zwickt einen mal ein Krebs, dann muss man aufpassen dass man den unzähligen Seeigeln nicht zu nahe kommt, aber im Großen und Ganzen macht das Schnorcheln dort echt Spaß und wenn man alles mit Vorsicht genießt, kann nichts schiefgehen.
Zu unserem Erstaunen waren zwar zeitenweise viele Leute am Strand, aber niemand ging schwimmen, obwohl das Wasser warm war, die Sonne ungehemmt vom Himmel strahlte und es eigentlich keinen sichtlichen Grund gab, sich nicht im Meer abzukühlen. Uns war’s egal, waren wir halt die einzigen in Badesachen! :D

Am Rückweg blieben wir noch kurz bei alten Bunkern stehen und genossen den Ausblick auf den Sonnenuntergang, bevor wir uns auf dem Weg zu Fähre machten.

Eigentlich war es als Tagesausflug geplant, aber kurz vor Betreten der Fähre entschlossen wir uns dazu, irgendein günstiges Hotelzimmer zu mieten und noch eine Nacht zu bleiben.  Es war einfach zu schön, außerdem hatten wir die berühmten Schildkröten noch nicht gesehen :( Gesagt, getan – nach einer eher kurzen Nacht (man muss das Nachtleben schließlich erleben!) machten wir uns auf zu weiteren Orten, an denen für gewöhnlich Meeresschildkröten zu sehen sind.
 

Wir fuhren auf die andere Seite der Insel und fanden, wie vermutet, Menschenmassen vor. Es ist hier offenbar ein lukratives Geschäft, Menschen in Neoprenanzüge zu stecken und sie aufs offene Meer hinaus zu ziehen, während sie sich an Schwimmreifen festhalten und den Kopf ins Wasser halten um das Geschehen am Meeresgrund zu beobachten.
Nunja, wir waren ohne Anzüge und Schwimmreifen unterwegs – ging auch.
Einzig die kleinen Quallen waren ein wenig nervig, man sieht sie kaum, merkt dann nur ein leichtes Brennen, aber eigentlich nichts Tragisches – aber eben nervig.
Leider bekamen weder die Leute aus der Tour, noch wir, Schildkröten zu Gesicht :(
 

Am späten Nachmittag traten wir dann aber die Heimreise an, mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits war es wunderbar, andererseits freuten wir uns auf die Schildkröten…. Aber nachdem die Insel nicht weit weg ist, wird es sicher einen zweiten Besuch geben :)

Passwort: "insel"

#12 山

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#10 三​月

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