#19 - 汤

#19 - 汤

汤 -tang - die Suppe

Nachdem ich diese Woche 2 wichtige Präsentationen hatte und beide super gelaufen sind, und ich zusätzlich in Chinesisch nicht so weit hinterhergehinkt bin wie vermutet (bei 2 Wochen ohne Lernen…), habe ich mir Mittwoch Abend eine kulinarische Belohnung gegönnt. Ich war schon länger auf der Suche nach einem Hot Pot Restaurant das einem nicht den fertig-befüllten Topf serviert, sondern eine breite Auswahl an frischen Zutaten in Form eines Buffets anbietet von der man sich dann nach Belieben bedienen kann. In Hualien, am ersten Abend der Taroko-Wanderung, sind wir in eben so einem Restaurant gewesen, und ich war mir sicher: so etwas gibt es in Kaohsiung auch. Als ich dann die Woche endlich den heißersehnten Tipp bekommen habe (trotz vielem Herumfragen konnte mir keiner so wirklich was empfehlen), konnte es also losgehen…

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Dieses Restaurant ist Teil der Kette die sich Chien Yen (千葉火鍋) nennt. Beim Betreten des hellen, modernen Raumens wurde ich gleich freundlich begrüßt: Zuerst auf Chinesisch, „Ni Hao“ brachte ich gerade noch heraus, auf die Frage wievielen Personen der Tisch Platz bieten sollte, konnte ich auch noch mit „yi ge ren“ beantworten, aber für alles Weitere wechselten wir dann doch zu Englisch.
Nachdem ich Platz genommen hatte, bekam ich meinen Teller, Suppenlöffel und Stäbchen, sowie die Karte von der man sich eine von 10 Basissuppen aussucht:
Japanische Meeresfrüchtesuppe, Chinesische Gemüsesuppe, Mongolische Suppe, Miso-Suppe, Hühnersuppe, scharfe Suppe, Koreanische Kimchi-Suppe, Tomatensuppe, Käsesuppe (ich war nicht mutig genug.. :D), und eine leichte Gemüsesuppe. Zu meiner Begeisterung war alles im Lokal auch auf Englisch angeschrieben, und so wusste ich diesmal tatsächlich was ich aß und versuchte nicht nur auf gut Glück meinen Geschmack zu treffen :D

Ich entschied mich für die Meeresfrüchtesuppe, die zwar nicht wirklich viel Eigengeschmack hatte, aber das ist ja mitunter die Idee des Hot Pot Konzepts: Durch das Hinzufügen der verschiedenen Zutaten entwickelt sich die Suppe, und so kann trotz gleicher Ausgangssuppe der Geschmack am Ende ganz unterschiedlich sein. In jedem Tisch sind kleine Gasherde oder sonstige Kochmöglichkeiten verbaut, die man selbst steuern kann. Die Suppe wird rasch serviert, der Herd eingeschalten und während die Suppe anfängt zu kochen, hab ich mir gleich mal meine Zutaten organisiert: reichlich Grünzeug, verschiedene Pilze, dicke Reisnudeln und Rindfleisch. Das Rindfleisch (es gibt auch Schwein und Lamm) wird hauchdünn frisch aufgeschnitten und auf einem Teller gestapelt. Dass die Scheiben gerollt sind ist typisch für den Hot Pot! Natürlich wurden mir wieder viel zu viele Scheiben aufgeschnitten, aber halbe Teller scheinen hier nicht über die Theke zu gehen.

Als ich meine ersten Zutaten in die Suppe geleert hatte, holte ich mir mal eine Vorspeise: 2 Stück Sushi und 2 Dumplings. Währenddessen war die Suppe auch schon am Kochen und die ersten Rindfleischrollen landeten im Topf. Bevor es ernst wird, noch Reis und Sate organisieren. Sate, also die Soße die typischerweise zum Hot Pot gereicht wird, ist eine Sesam/Erdnusssoße die leicht salzig schmeckt und mit Frühlingszwiebel genossen wird. Typischerweise fischt man dann seine gekochten Einlagen aus dem Topf, taucht sie in die Soße oder legt sie erstmal auf dem Reis ab (weil sehr heiß), bevor man sie isst. Man kann sich das so vorstellen: die kleine Reisschüssel hält man mit der (bei Rechtshändern) linken Hand, in der rechten die Stäbchen. Die Reisschüssel dient dazu, sicherzustellen, dass nichts auf den Tisch fällt und wird quasi immer parallel unterhalb zu den Stäbchen geführt – vom Topf bis zum Mund.

Neben den verschiedenen Pilzen, Grünzeug, Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten, gibt es auch Nudeln und ungekochte Dumplings, die man in seine Suppe geben kann. Außerdem gibt es zahlreiche Säfte, Tees, Softdrinks, Kaffee, Tee und sonstige Besonderheiten (Jelly-artige Getränke, sogar Bubble Tea kann man sich zubereiten), sowie frische Früchte und einen Schokobrunnen, eine Salatbar und diverse gekochte Speisen in Soße, sowie gekochtes Gemüse und natürlich Sushi. Eine Kühlvitrine für Torten und Mochis, sowie Eis und eine Softeismaschine stehen ebenfalls bereit. Im Gegensatz zu Buffets zu Hause sind hier auf die Getränke inkludiert, was ich besonders cool finde, da man sich auch hier durchkosten kann.

Wie bei einem normalen Buffet sitzt man hier eben lange, isst, quatscht (oder liest, wie ich :D), und holt sich immer mal wieder Kleinigkeiten nach. Ich habe mir zum Schluss noch ein paar Süßigkeiten gegönnt (ein Stück Mini-Pistazientorte, ein Mochi mit Schokoüberzug und Erdnussfülle, und ein Mochi mit Bohnencreme) – danach einen Kaffee, und zum Ausklang noch ein Yakult. Also wäre ich nicht mit dem Scooter dagewesen: Ich wäre auch von alleine heimgerollt. Gekostet hat der Spaß 399NTD, also 12 Euro. Als Student muss man die 10%  Servicegebühr nicht bezahlen, was auch ganz nett ist. Also einmal muss ich hier noch her bevor es zurück nach Österreich geht… es gab einfach so viel dass ich noch nicht probieren konnte :D Aber wenn sie Auswahl auch so groß ist… :D

Na, habt ihr jetzt auch Hunger? Mission erfolgreich! :D

 

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