#3 佛教

#3 佛教

佛教 - fójiào – Der Buddhismus

Das Wetter war bewölkt, im Großen und Ganzen eher kühl (um die 15 Grad), ideal also um Fo Guang Shan zu besuchen. Ich zitiere jetzt ein paar Fakten von Wikipedia:  佛光山Fo Guang Shan bedeutet übersetzt „Buddhas Berg des Lichtes“ und ist ein Orden der Mahayan-Tradition, die (gleich wie Hinayan) wiederum eine Hauptrichtung des Buddhismus ist. Der Orden gründete und leitet Tempel auf der ganzen Welt. Das Kloster ist das größte buddhistische Kloster in Taiwan. Gründer des Ordens und Initiator für das Kloster ist der „Ehrwürdige Meister Hsing Yun“. Außerdem befindet sich hier die bekannte, 36m hohe Buddhastatue und vor ihr liegt in breiter Weg und anschließend auch ein Platz, der bei Veranstaltungen mehreren tausend Menschen Platz bietet.

Ich habe das Kloster eher als großes Museum wahrgenommen, weniger als Gedenkstätte. Viele Menschen, nur in den Gebetsräumen ruhig, eine kleine Einkaufsstraße, Essensstände entlang eines Weges. Allerdings alles auf eine Art, die mich nicht störte – ich habe mich sehr wohl gefühlt. Sobald ich einmal fasziniert vor einer Statue oder einer Malerei stand, kam jemand auf mich zu und erklärte mir das Bestaunte. Man hatte das Gefühl, dass die Mönche und Bediensteten einem einfach ihre Lebensphilosophie erklären sowie Kultur und Bräuche näherbringen möchten. Wenn man sich die Missionen des Buddha Museums ansieht, liest sich heraus dass das auch der Wahrheit entspricht: Geschichte erklären, über das Leben lernen, kultureller Austausch, buddhistische Künste und das alles der Öffentlichkeit näherbringen, dafür steht dieses Kloster. Wer mich kennt weiß, dass ich, gerade auf Urlauben und Reisen eher schwer zu beeindrucken bin und nicht sonderlich emotional auf alte Gebäude oder geschichtsträchtige Orte reagiere – jedoch ist Fo Guang Shan so faszinierend, dass ich vom Betreten des Geländes weg praktisch andauernd ehrfürchtig und begeistert war.

Ich spazierte langsam auf den ersten Hügel des Geländes, viele kleine goldene Statuen links und rechts des Weges entlang, sowie bunte Laternen und Blumen prägten das Bild. Der erste Weg brachte mich in einen Gebetsraum: ein paar Tische mit Unterlagen entlang der Mauer, Mönche die arbeiteten, eine große, goldene Figur umgeben von bunter Dekoration. Ich wurde angesprochen, ob ich denn Chinesisch oder Englisch spreche, was ich mit beschämten Lächeln und „Yingwen“ beantwortete. Die freundliche Nonne fragte mich, ob ich lernen möchte buddhistisch zu beten – klar doch! Also Räucherstäbchen bekommen, gelernt es richtig zu halten, gebetet, verbeugt, in die Schale gesteckt und schlussendlich noch die Glocke geschlagen und mir 3 Dinge gewünscht. Danach wurde mir noch die Anlage erklärt, was ich wo anschauen könne und dann machte ich mich auch schon auf den Weg, das Gelände weiter zu erforschen. Es ist insgesamt in 3 Bereiche geteilt, das Kloster selbst, die Haupthalle sowie das Buddha Museum. Generell wird empfohlen, sich 2 Tage Zeit zu nehmen um die Anlage zu besichtigen, und da ich erst am frühen Nachmittag ankam, war mir bewusst, dass ich an diesem Tag nicht alles schaffen würde. Ich lies mich einfach treiben und merkte mir einfach die Orte, die ich beim nächsten Mal noch sehen muss. Ich schaute mir eine Ausstellungen zur Kalligraphie von Hsing Yun an, bestaunte die Bonsai Bäume vor der Haupthalle an, holte mir tolles, vegetarisches Streetfood  (gebackene Pilze hab ich mir sagen lassen) und kaufte mir ein kleines Armband als Andenken. Als ich wieder einmal ratlos vor dem Essensstand versuchte, die Angebote zu entziffern, sprachen mich 2 Mädels an, ob ich Hilfe benötigen würde – ja! die brauch ich. Sie erklärten mir, was sie sich bestellt haben und ob ich das nicht auch probieren möchte, und so kam ich zu meinen Pilzen. Sie schenkten mir auch eine kleine Kette, die mich an den Tag hier erinnern soll und gaben mir Tipps zu sehenswerten Punkten hier am Gelände, dann verabschiedeten sie sich. Ich finde das hier toll, sobald man etwas ratlos wirkt wird einem versucht zu helfen, wenn nötig mit Händen und Füßen.

Nach weiteren Stunden des Erkundens näherte sich mein einziger Fixpunkt an diesem Tag: das Feuerwerk, welches um 7 Uhr über dem großen Buddha stattfand. Davor noch kurz bei den Geschäften gestöbert und mir einen Bubble Tea geholt, und dann ging‘s auch schon raus auf den Platz. Ich tat es den anderen gleich und setzte mich auf den großen, breiten weg mit Blick zur Statue, bereitete meine Kamera vor und genoss den Moment. Beim nächsten Besuch werde ich das Feuerwerk (denn das findet die nächsten Wochen noch täglich statt) von einer anderen Position aus fotografieren, aber das Erlebnis, mit tausenden Menschen am Boden zu sitzen während man einer Geschichte lauscht die via Lautsprecher erzählt wird und mit dem Feuerwerk ergänzt wird, ist unglaublich. Danach gab es noch eine Parade durch das Gelände, die ich mir aber nicht mehr angeschaut, sondern für den nächsten Besuch aufgehoben habe.

Auf der Fahrt zurück in die Stadt (eine knapp 30-minütige Reise) musste ich das Erlebte erstmal sacken lassen. Ich war den ganzen Tag derartig mit Freude und Zufriedenheit erfüllt, dass ich den nächsten Besuch hier nicht allzu lange abwarten werde. Die Freundlichkeit der Menschen, die Hilfsbereitschaft die sie an den Tag legen, die beeindruckenden Bauten und traditionellen Künste sind nur wenige Beispiele dafür, was den Besuch bei Fo Guang Shan ausmachen.

Zum Schluss gibt es noch ein kurzes Video: 

Kennwort: buddha

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