#7 火锅

#7 火锅

火锅 – huǒguō – der Hot Pot

Diese Woche lässt sich eigentlich ganz gut in einem Blogartikel zusammenfassen: viele kleine, aber schöne Einblicke in das ganz normale Leben in Kaohsiung. Nachdem wir am Sonntag aus Kenting zurückgekommen sind, ging es Montag direkt für den ersten Tag auf die Uni. Ich lernte wichtige Ansprechpersonen kennen, Joey, meine ganz liebe Hilfe für die ersten Tage hier, zeigte mir alle wichtigen Areale des Campus und beriet mich bei der Kursauswahl. Anders als auf der FH zu Hause muss ich mir hier selbst den Plan zusammenstellen und kann mir interessante Kurse rauspicken und die (für mich) weniger interessanten bleiben lassen. Wichtig war nur, mindestens 22 ECTS Punkte zu erreichen… also umgerechnet 4 Kurse à 5 ECTS und dazu einen Mandarin-Sprachkurs mit 2 ECTS. Außerdem habe ich mir das ganze so getimed, dass ich Dienstag und Mittwoch ganztags auf der Uni bin, und dazu einen geblockten Kurs besuche, der an unterschiedlichen Wochentagen stattfindet. Im März heißt es also: öfter die Unibank drücken, also im Schnitt 4 mal die Woche, dafür ist der Kurs schon Ende März aus und ab April hab ich nur mehr die anderen 4 Kurse weiterhin Dienstag und Mittwoch. Ideal zum Reisen also :) Ich habe ursprünglich nicht wirklich geplant, großartige Reisen zu unternehmen, habe aber kurz vor Abflug hierher einige Indonesien-Travel Vlogs angeschaut und irgendwie hat sich die Idee schließlich zu einem Fixpunkt entwickelt. Also werde ich im Mai für 10 Tage nach Bali, und von dort aus sehr viele andere Inseln, bereisen. Inklusive 4 tägiger Bootstour auf einem kleinen Holzboot quer durch den Nationalpark Komodo und Halt bei den dazugehörigen Komodowaranen! Ich bin SO aufgeregt. Und das Ganze für relativ wenig Geld, aktuell liege ich mit allen Fixkosten für Transport (inkl aller Flüge, Boote, Taxis), die Bootstour und Übernachtungen bei unter 700 Euro. Sobald ich die Zusage für die Bootstour habe, werde ich buchen und bis dorthin auch zusehen, dass ich in meinen kleinen Rucksack alles einpacken kann was nötig ist. „pack light“ ist die Devise!

Okay, des Weiteren gab es diese Woche noch kulinarische Highlights. Eines vorweg: Ich finde, die Uni-Mensa ist wirklich okay und viel gesünder als angenommen, es gibt nur wenig paniertes Fleisch, dafür viel gedünsteten Fisch, viel Gemüse, Pilze und Tofu. Ganz nach meinem Geschmack :) Noch dazu am Buffet wo dann das Hindernis mit dem Entziffern der Schriftzeichen (und der Bestellung) auch überwunden wäre.
Dass das kein Highlight ist, ist hoffentlich klar – denn das wirklich Spezielle das ich diese Woche gegessen habe, war unter anderem Hot Pot. Ich entschied mich für den Hot Pot mit Meeresfrüchten und Tofu, während Joey einen der anderen probierte. Ich bin hier eher vorsichtig was Fleisch anbelangt, aber mir geht es auch gar nicht ab. Hot Pot ist im ostasiatischen Raum sehr verbreitet, und ich dachte anfangs, dass das eher ein spezielles Essen ist das man sich nicht jeden Tag gönnt. Joey informierte mich aber, dass gerade in Kaohsiung der Hot Pot wahnsinnig beliebt ist und es unzählige Restaurants gibt. Wir gingen diesmal einen „kleinen“ Hot Pot essen, hier sucht man sich einfach einen der vielen Sorten aus und bekommt dann einen eigenen Pot, der auf einem Gasherd der direkt am Tisch eingebaut ist. Dort kocht das Ganze dann für wenige Minuten und dann kann man drauflos schlemmen. Bei mir war unter anderem Kohl, Salat, Mais, Speck, Tofu, Meeresgetier, ein kleines Würstel, ein kleiner Fleischknödel sowie Reisnudeln und Pilze im Topf, und das alles kochte in einer Hühnersuppe. Gekostet hat der Spaß knapp 3 Euro, inkl. Reis, gesüßtem Eistee und Soßen per Selbstbedienung. Im Gegensatz dazu gibt es noch den "großen" Hotpot den man zu 4t isst und der 2 Suppen zum Kochen der Zutaten bietet, nämlich eine scharfe und eine milde. 

Außerdem ging ich zum zweiten Mal zu einem kleinen Imbiss in einer Shopping Mall, bei dem ich schon einmal supergute Dumplings gegessen habe. Da ich mir Mitte der Woche das Knie verletzt habe („Party hard“… -.-) und am 1. Tag danach die letzten kalten Vorräte gegessen und den 2. Tag bei McDonalds bestellt habe (Lieferservice!), musste an Tag 3 wieder richtiges Essen her, trotz Humpeln und Knieschmerzen. Naja, und für umgerechnet ca. 6 Euro habe ich mir dann den Magen mit einer klaren Algensuppe (SO gut!), frittierten Shrimpsrouladen, 5 kleinen Dumplings und einem Spinatsalat mit kräftiger Portion Knoblauch vollgeschlagen. :D

Okay, ein Highlight gibt’s noch. Und zwar diese kleinen, süßen Dinger deren Namen ich jetzt an dieser Stelle mal Googeln muss… Okay, die Suche ergab: diese Dinger heißen ebenfalls Mochi. Die letzten Sesam-Mochis die ich gekostet hab, waren grauenhaft. Aber Diese Teile sind einfach sooo gut. Sie bestehen offenbar aus Reismehl und werden unterschiedlich gefüllt. Ich habe am Nanzi Nightmarket (Nanzi ist der District in dem ich wohne) 2 Stück gekauft, eines mit Erdbeere und süßer Rote-Bohnen-Creme, und das andere mit Süftkartoffelcreme und Erdbeere. Beide unbeschreiblich gut, auch wenn die Konsistenz erstmal gewöhnungsbedürftig ist. Es ist ein wenig wie eine Mischung aus Marshmallow und Gummibären, und hat einen dezenten vanilligen Geschmack der eventuell auch ein wenig Kokos gesehen haben dürfte.

So nachdem ihr jetzt alle Hunger habt :P gibt es noch eine letzte, kurze Story.
Nachdem die erste Uniwoche um war, hab ich mich für eine entspannte Koordinations-Session an den Teich am Campus gesetzt. Niemand war da, obwohl der Tag sooo schön war. Die Tiere im und ums Wasser waren ganz ungestört und sind nach der Zeit echt nah zu meinem Platz gekommen (Seidenreiher, Kröten, Drongos) und ich hab mir wiedermal innerhalb von 2 Stunden einen netten Sonnenbrand geholt – Das darf echt nicht wahr sein :D ab jetzt muss ich mich wirklich daran halten, jede Stunde erneut Sonnencreme draufzuschmieren, sonst geht das noch ewig so weiter…

Morgen Dienstag ist in Taiwan Feiertag, der an das 228-Massaker erinnert. Ich kann zwar immer wenig für geschichtsträchtige Orte und Bauten aufbringen, aber die Kultur und was die Menschen prägt ist für mich sehr wohl von Interesse. Ich finde hier wird die Geschichte kurz und leicht verständlich zusammengefasst. Was neben der Brutalität und der Masse an Toten zusätzlich grausam (weil so geplant und strukturiert) auffällt, dass besonderes Augenmerk darauf gelegt wurde, die „taiwanesische Intelligenz“, wie es der Verfasser des Artikels beschreibt, auszulöschen, um das Volk leichter kontrollieren zu können und den Widerstand auf ein Minimum zu verringern. Ich werde bei meinem Besuch in Taipei mit Sicherheit das 228-Museum besuchen, welches das Wissen und die Geschichte rund um diesen Tag vermittelt.
Den morgigen Tag werde ich für meinen ersten Fotowalk durch die Stadt nutzen: Der Pier 2, der Skytower sowie der Lotuspond stehen am Programm – ich bin wirklich froh wieder halbwegs gehen zu können :D Ich denke es wird dann in naher Zukunft wieder einen Blogeintrag geben in dem ich die Ergebnisse von gestern zeigen werden :)

 

 

#8 生活

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#6 日

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