#14 香港

#14 香港

香港 - Xiānggǎng - Hong Kong

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Vom 20. Bis 24. April machten wir uns zu dritt auf nach Hongkong. Geflogen sind wir über Macau, das machte unseren Flug um mehr als die Hälfte günstiger (knapp 120 Euro), von dort aus haben wir die Fähre nach Hongkong Kowloon genommen. Kowloon ist quasi das Zentrum – dort haben wir auch gewohnt. Das bringt mich schon zum ersten „What the hell…“-Moment. Wir waren auf kleine Zimmer vorbereitet, auch auf ein hektisches Viertel und nervige Uhrenverkäufer die einem nicht nur Uhren verkaufen wollen, wenn ihr versteht…
Man muss dazu sagen, dass unser Haus vergleichsweise ruhig war, Philipp hatte da mehr mit unterschiedlichen Kulturen und Straßenhändlern zu kämpfen, obwohl wir nur 2 Blöcke auseinander gewohnt haben. In einem Hochhaus sind auf 15 Stockwerken mehr als 30 Hostels untergebracht, und genauso hektisch war es auch… auf den Lift wartet man im Schnitt 5 Minuten, er piepst wenn zu viele Leute in der Kabine sind, alles ist videoüberwacht und die Häuser sind im typischen, engen, Hongkong-Style gebaut.

Da das Wetter nicht unbedingt auf unserer Seite war, gingen wir am ersten Tag entspannt shoppen. Im Outlet fanden wir Sneakers, Gewand und einen guten Food Court. Am Weg dorthin konnten wir von der Ubahn aus schon viel von der Stadt sehen, und demnach war es ein gemütlicher Beginn der Reise. Normalerweise würde ich bei einem Wochenendtrip keinen Tag mit Einkaufen „verschwenden“, aber in Hongkong war das irgendwie Teil des Lifestyles. Als ich nach „Sightseeing Hongkong“ gegoogelt habe, war ich eher enttäuscht (vermutlich weil ich mit falschen Erwartungen und ohne Vorkenntnisse hingeflogen bin). Nr. 1 war Disneyland, Nr. 2 Victoria Peak (welchen wir natürlich besucht haben), Nr. 3 war der Oceanpark (ein Vergnügungspark), der Rest waren Museen, Tempel und Shopping-Malls. Ich dachte bei Hongkong eher an Fischerboote, Märkte, Kultur und nur zweitranging an das hektische Großstadtleben… also eindeutig mein Fehler :)

Der zweite Tag war ebenfalls eher entspannt, wir fuhren auf den Victoria Peak und gingen am Hügel entspannt eine Runde spazieren. Hinauf kommt man entweder über Stiegen, oder man gönnt sich eine Fahrt mit der Peak Tram – allein die Fahrt ist schon ein Erlebnis! Der Victoria Peak ist knapp 550m hoch und bietet eine atemberaubende Aussicht auf die Skyline Hongkongs, für mich mitunter ein Highlight und Must-See bei einem Hongkong-Trip. Außerdem entkommt man dem Trubel ein wenig und kann die verhältnismäßig frische Luft genießen. Am Abend stand dann noch ein Besuch in einer nahgelegenen Skybar an, bei der wir einen 10€ Cocktail bei wunderbarer Aussicht genossen. Macht man ja auch nicht jeden Tag, aber entgehen lassen sollte man sich das auf keinen Fall.

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Am nächsten Tag stand ein Besuch bei einem Pferderennen am Plan – das wollte ich unbedingt sehen, also fuhren wir zum Sha Tin Racecourse wo für 13.30 ein Rennen angekündigt war. Da wir alle noch nie bei einem Pferderennen waren, war es für uns alle spannend so etwas mal zu sehen. Sowohl die Stimmung bei den Leuten die aufgrund ihrer Wetten extrem mitgefiebert haben, als auch bei den Leuten die kamen um gesehen zu werden, war zwar nicht so euphorisch wie erwartet, aber trotzdem war es interessant die Leute zu beobachten. Außerdem war das Wetter immer noch regnerisch, also war alles eher verhalten… bei dem anderen Racecourse „Happy Valley“ auf Hongkong Island ist normalerweise mehr los, jedoch waren zu unseren Daten keine Rennen geplant :(

Am frühen Abend seilte ich mich ein wenig ab und schlenderte noch durch ein turbulentes Viertel und landete schlussendlich in einem sogenannten „Wetmarket“, also einem Markt an dem hauptsächlich frisches Fleisch und Fisch verkauft werden, sowie Gemüse und auch ein paar getrocknete Lebensmittel und Gemüse. Das ganze war auf 3 Etagen aufgeteilt, es waren enge Gänge, der Geruch war dementsprechend streng, die Atmosphäre war eine Mischung aus Garage und Schlachthaus, aber der Markt war durchaus gut besucht und viele Einheimische deckten sich mit Nahrung ein. Das war für mich wirklich spannend zu sehen…. Es war wider Erwarten nicht eklig oder erschreckend, eher interessant und lies mich gefühlt mehr an der Kultur teilhaben.

Am Abend gingen wir gemeinsam zum Victoria Harbour um die Skyline bei Nacht zu sehen. Außerdem gibt es in Hongkong eine tägliche Licht/Laservorstellung namens „Symphony of Lights“, die immer hunderte Touristen anlockt. Für uns war es nicht so spektakulär, es waren eben beleuchtete Hochhäuser deren eigene Lichtinstallationen im Takt der Musik wechselten und aufblinkten.


Wir warteten ab bis die Menschenmasse verschwand und machten noch ein paar Fotos, als wir eines der bekannten Boote sahen die im Victoria Harbour ihre Runden drehen. Spontan und rein aus Interesse gefragt, was die Fahrt kostet und wie lange sie dauert, waren wir positiv überrascht über die Antwort: 195 Hongkong-Dollar, 45 Minuten. Das entspricht knapp 23 Euro und schockierte uns garnicht… da wir sonst recht sparsam gelebt haben und wirklich überall (bis auf die Skybar) eingespart haben und auch beim Shopping nicht übertrieben haben, haben wir uns für eine nächtliche Bootsfahrt entschieden… An Board schnappten wir uns eines der bequemen Sofas und kuschelten uns in die Decken, und zu unserer Freude war dann auch noch ein Glas Rotwein im Preis inkludiert, und ich vermisse Rotwein wirklich sehr... (Hier in Taiwan kosten Weine recht viel, unter 15 Euro/Flasche wird man selten fündig, also wird verzichtet…) – also ideal! Das war wirklich ein perfekter Ausklang für das turbulente Wochenende in der 7 Millionen-Einwohner-Stadt.

Am nächsten Tag ging es auch schon wieder nach Hause. Hongkong war zwar nicht wirklich wie ich es mir vorgestellt hatte, aber trotzdem möchte ich die Erfahrung nicht missen. Die Kultur und die Menschen unterscheiden sich in ihrem Verhalten jedoch so stark von Taiwan, dass ich mich nicht wirklich wohl gefühlt habe und mit der Stadt demnach auch nicht warm geworden bin. Aber: Um Erfahrungen wurde ich dennoch reicher, und das ist beim Reisen ein wichtiger Punkt. ♥

 

#15 台北

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